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Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung mit Post-COVID-Zentrum an der Uniklinik Jena

Am Universitätsklinikum Jena wurde mir das Zentrums für Sepsis und Infektionsforschung mit Post-COVID-Zentrum, sowie das digitalisierte Medikationssystem vorgestellt. Das Zentrum für Sepsis und Infektionsforschung (Center for Sepsis Control & Care, kurz CSCC), 2010 gegründet, wurde als „Integriertes Forschungs- und Behand-lungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen“ zehn Jahre lang als eines von acht integrierten Forschungs- und Behandlungszentren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Zu den Aufgaben und Zielen des CSCC gehören Organisation und Management des Forschungsschwer-punktes Sepsis und Infektionsmedizin, strukturierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Karriereförderung, Verbesserung der Versorgung und Information und Aufklärung der Allgemeinheit über lebensbedrohliche Infektionen und Sepsis.
Es ist mir ein großes Anliegen, dass die Präventions- und Behandlungsstrukturen bei Sepsis verbessert werden, sodass es möglichst selten zu einer Vollausprägung der Sepsis kommt und somit Spätfolgen und Todesfälle vermieden werden können. Im Anschluss konnte ich die Intensivstation besichtigen. Dringendstes Problem an der Uniklinik ist es, qualifiziertes Pflegepersonal für die Intensivmedizin zu finden.

Ein weiteres Thema war Post-COVID. Das Post COVID-Zentrum wurde 2021 unter dem Dach des Zentrums für Sepsis und Infektionsforschung (CSCC – Center for Sepsis Control and Care) eingerichtet.Hauptanliegen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Bezug auf Behandlung und Erforschung von Post-COVID bei Erwachsenen und Kindern. Insgesamt beteiligen sich über 18 Kliniken und Institute am Post-COVID-Zentrum, welches durch das Land Thüringen unterstützt wird. Long- und Post-COVID beschäftigen mich seit der ersten Stunde in meinem Amt. Daher bin ich dem Ärzteteam des Universitätsklinikums besonders dankbar, dass mir Ihre Arbeit der Long-COVID Ambulanz für Kinder und Jugendliche vorgestellt wurde. Zudem wurde mir das Projekt WATCH – Mobile Wohnortnahe Versorgung zur Steuerung der sektorübergreifenden Therapie bei Post-COVID-19 in Thüringen – erläutert. Dieses Projekt wird durch den Innovationsfonds mit 5,8 Millionen Euro gefördert. Mit einer mobilen Post-COVID Ambulanz (PoCO-Bus) soll eine wohnortnahe Untersuchung der Betroffenen mit einer umfassenden telemedizinischen Betreuung kombiniert werden. Insgesamt zwölf Wochen lang werden die Betroffenen Trainingseinheiten zur Konzentration und Aufmerksamkeit (Modul BRAIN), gestufte Rehabilitations-Sportprogramme (Modul BODY) und verhaltenstherapeutische Therapieangebote (Modul SOUL) absolvieren. Hintergrund ist der hohe Behandlungsbedarf bei Long COVID-Patienten, der allein durch Spezialambulanzen wie in Jena nicht gedeckt werden kann. Im Erfolgsfall wird die Versorgung in ländlichen Regionen so optimiert, dass für die Betroffenen eine bessere körperliche und psychologische Gesundheit und damit mehr Teilhabe am Sozial- und Arbeitsleben erreicht werden kann. Zudem könnten mit einer möglichen Überführung der Verfahren in die Regelversorgung in ländlichen Regionen künftig auch Versorgungslücken bei anderen Erkrankungen geschlossen werden.

Zum Abschluss meines Besuches wurde mir das digitalisierte Medikationssystem, sog. Unit-dose-System, vorgestellt. Damit soll vor allem die Patientensicherheit erhöht werden. Medikamente werden pro Verabreichungszeitpunkt und Patient mit Patienten- und Medikamentendaten in gekennzeichnete Tüten verpackt und auf Station gegeben. Die Zusammenstellung der Medikamente erfolgt durch die Krankenhausapotheke. Bei Untersuchungen oder der Visite ruft dann der diensthabende Arzt die jeweilige Patientenakte auf dem mobilen Visitenwagen der Station ab. Was für die Intensivmedizin begonnen hat, soll auch in anderen Abteilungen künftig umgesetzt werden.